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Unser Sektionsmitglied Finn Koch ist zurück von seiner Peru-Expedition

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Unser Sektionsmitglied Finn Koch war gemeinsam mit seinem DAV-Expeditionskader-Kollegen Benedikt Saller auf Expedition in Peru. Mit gerade mal 20 Jahren eine beachtliche Leistung! Wir freuen uns, ihn am 10.1.2018 im B12 Boulder- und Kletterzentrum begrüßen zu dürfen. Dort wird Finn uns in einem spannenden Vortrag mit Bildern und Videos von kalten Biwaknächten, beeindruckenden Sonnenaufgängen und steiler Eiskletterei berichten.


Zur Einstimmung hier schon mal eine kleiner Vorab-Bericht von Finn:

 

Zusammenfassend können wir (Benedikt Saller, DAV Garmisch-Partenkirchen und ich) unsere erste selbstständig organisierte Expedition in die Cordilliera Blanca als eine erlebnisreiche Zeit zusammenfassen. Die sechs Wochen in Südamerika waren nicht nur in alpinistischer Hinsicht für uns erfolgreich, sondern wir konnten auch von Land und Leuten intensive Eindrücke mit nach Hause nehmen.

 

Wie geplant haben wir zur Akklimatisation den bekannten Alpamayo (5.947 m) über die Ferrari Route (300 m, 70°, AD+) und seinen Nachbarberg Quitaraju (6.040 m) über die Nordflanke (400 m, 60°, D-) bestiegen.

 

Nach diesen beiden Gipfeln fühlten wir uns ausreichend akklimatisiert, um den technisch schwierigeren Taulliraju (5.830 m), unser Hauptziel der Expedition, anzugehen und dort eine neue Route durch die steile 800 m hohe Südwand zu erschließen. Wir erfuhren von lokalen Bergführern, dass in diesem Jahr bisher noch keine Besteigung des Gipfels bekannt war und aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit nach uns eine Besteigung vermutlich nicht mehr erfolgen würde. Die voraussichtlich einzige Besteigung der Saison auf diesen anspruchsvollen Gipfel für uns verbuchen zu können, spornte uns zusätzlich an.

 

Nach einem eintägigen Fußmarsch erreichten wir am 26.7. unser Basislager auf 4.300 m am Fuße des Taulliraju. Unsere Ausrüstung für die nächsten zwei Wochen wog rund 140 kg, so dass wir die Dienste eines Aierro mit fünf Eseln in Anspruch nahmen.

 

Vom Basislager aus schafften wir unser Material an den Fuß des Felsriegels in der Südwand auf ca. 5.450 m. Von diesem Lager, mitten in der Wand, wollten wir den Felsriegel in technischer Kletterei durchsteigen und Fixseile an den schwersten Stellen verlegen. Mit Hilfe der Fixseile wollten wir den Durchstieg der kompletten Wand in einem finalen Push wagen. Wir waren darauf eingestellt, dass die Überwindung des Felsriegels anspruchsvoll sein und mehrere Tage in Anspruch nehmen würde. Wir hatten alles perfekt vorbereitet, sodass wir am nächsten Tag mit den ersten Seillängen beginnen wollten. Am Abend und in der Nacht setzte heftiger Eisschlag ein, der auch unser Zelt traf. Aufgrund des höher werdenden Sonnenstandes schien die Sonne jeden Tag länger in den oberen überwechtenden Wandteil, weshalb sich dort große Eislawinen lösten und über unsere avisierte Aufstiegsroute die Wand herab donnerten. Selbst am frühen Morgen ließ der Eisschlag nicht nach. Waren wir zu spät in der Saison unterwegs?


8.9.2017
Finn Koch

 

Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Konnten Finn und Benedikt ihr Ziel erreichen? Wie haben Sie Land und Leute erlebt? Dann heißen wir Euch am 10. Januar im B12 herzlich willkommen.


DSC04318-k Die Expedition wurde vom Deutschen Alpenverein, der Sektion Tübingen des Deutschen Alpenvereins sowie den Ausrüstungsfirmen Edelrid, Katadyn, Mountain Equipment und Scarpa unterstützt. Ohne diese Unterstützung wäre die Expedition nicht möglich gewesen. Vielen Dank!

 
 
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