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2021-05-17 10:16:19

Büchereinewsletter

Was ist neu? Teil 6

Neues aus der Bücherei: Der Rother-Verlag hat uns einige Neuerscheinungen als Rezensions-Exemplare zur Verfügung gestellt.

 

1. Pindosgebirge (Griechenland)

Griechenland hat nicht nur Strand und antike Stätten zu bieten, sondern auch viele interessante Gebirgsgruppen. Eine der wildesten ist das Pindosgebirge, das sich im Westen um Joannia bis zur albanischen Grenze erstreckt. An aktueller deutschsprachiger Wanderliteratur gibt es nur einen kleinen Führer zu einem Teilgebiet (Zagori-Trek aus der Outdoor-Wanderführer-Reihe); eine Reihe von Touren ist im schon etwas älteren Führer „Griechische Bergwelt (Chelmos-Verlag, 2002) enthalten. Für eine Durchquerung der westgriechischen Gebirge kann auf den englischen Führer „Trekking in Greece“ von Salman/Cullen zurückgegriffen werden (3.Aufl. 2018, Verlag Cicerone).

 

Die 52 Touren des 2021 erschienene Rother-Wanderführer „Griechenland Pindosgebirge mit Meteora“ von Janina und Markus Meier füllen daher eine Lücke und bieten eine bunte Mischung aus Gipfeltouren (einschließlich des Smolikas, mit 2580 m nach dem Olymp der zweithöchste Berg Griechenlands), Wanderungen durch steile Schluchten (die Vikosschlucht ist eine der weltweit am steilsten eingeschnittenen Schluchten), zu abgelegenen Bergdörfern und alten Kulturdenkmälern. Die Touren sind sehr detailliert und präzise beschrieben.

 

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Kultur am Wegesrand: die Kokoros-Brücke an der Vikos-Schlucht, Foto: Janina und Markus Meier

 

Sehr hilfreich sind die beigefügten Karten (überwiegend 1:50.000, 3 Karten mit 1:75.000), denn für Griechenland sind leider nur wenig brauchbare topographische Karten erhältlich. Eine Wanderwoche im Pindos-Gebirge lässt sich gut verbinden mit Wanderungen an der „albanischen Riviera“ (das Küstengebirge ragt auf kurzer Distanz über 2000 m hoch) gegenüber von Korfu, auch hierzu gibt es in unserer Bücherei einen 2019 erschienenen Rother-Wanderührer.

 

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So sahen die Tourenkarten (Beispiel Gamila) im Führer „Griechische Bergwelt“ von 2002 aus.

 

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Die Tour zur Gamila kann man sich mit der Karte aus dem neuen Rother-Führer schon besser vorstellen.

 

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Wandern zwischen Olivenbäumen und Schafen: An der albanischen Riviera (Foto Kratsch)

 

2. Rumänien – Ostkarpaten

Zu den Rumänischen Karpaten ist die vorhandene Führerliteratur ebenfalls dünn. 2020 ist der Rother-Führer „Ostkarpaten“ (Autor Liviu Valensas) erschienen, 2022 soll die 2. Auflage des derzeit vergriffenen Rother-Führers „Südkarpaten“ ausgeliefert werden. Die Texte sind gut lesbar, man merkt, dass das Buch einer renommierten Dolmetscherin (Alice Kanterian, übersetzt u.a. bei der Berlinale) übersetzt wurde.

 

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Die Ostkarpaten erstrecken sich von der ukrainischen Grenze im Halbbogen bis kurz vor Bukarest. Im nördlichen Teil erreichen sie alpine Höhen (2300 m), es gibt aber auch Bereiche, die eher Mittelgebirgscharakter haben. Es sind eine Reihe besonderer Naturphänomene zu entdecken, z.B. Salzkarstlandschaften und Schlammvulkane, und auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten sind vielfältig.

 

Im Führer werden 15 mehrtägige Touren beschrieben (mit dem Höhepunkt der 5-tägigen Überschreitung des Roda-Kammes), z.T. mit Zelteinsatz. Bei den 49 Tagestouren gibt es eine bunte Mischung von kürzeren und einfachen sowie längeren Touren. 

 

Man muss bei den Karten aufpassen, dass man sich in den Entfernungen nicht verschätzt, denn z.T. haben die Karten den Maßstab 1:50.000, z.T. 1:75.000 oder 1:25.000, bei den Mehrtagestouren z.T. 1:150.000. Auf den Karten ist zwar meistens eine Muster-Strecke (z.B. 500 m) eingezeichnet, aber leider ist (wie auch in anderen Rother-Wanderführern) kein Maßstab angegeben.

 

3. Fränkischer Gebirgsweg

Durch die Mittelgebirge im östlichen Franken führt der 435 km lange „Fränkische Gebirgsweg“, https://www.fraenkischer-gebirgsweg.de/.

 

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Der Autor Christof Herrmann unterteilt den Weg im Rother Führer „Fränkischer Gebirgsweg – Frankenwald, Fichtelgebirge, Fränkische Schweiz, Hersbrucker Alb“ (2. Auflage 2021) in 21 Etappen, die von Bad Steben an der thüringischen Grenze an Bayreuth vorbei bis Hersbruck in der Nähe von Nürnberg führen. Die Gesamthöhenmeter erreichen fast 10.000 m, aber die Aufstiege der einzelnen Etappen sind mit 300 m bis 750 m moderat mittelgebirgstypisch. Umfangreich sind die Angaben zu Einkehr, Übernachtungs- und Informationsmöglichkeiten. Informativ sind auch die Hinweise zu kulturellen oder naturkundlichen Highlights.

 

Die in den Etappenüberblicken unter dem Stichwort „Anforderungen“ gemachten Angaben zur Wegbeschaffenheit sind hingegen teilweise recht pauschal. Bei einem Weitwanderweg in der Kulturlandschaft gibt es neben Etappen mit einem Überwiegen von Fußwegen auch solche mit einem größeren Anteil an Forst- oder Landwirtschaftswegen – für manche ein Kriterium, eine solche Etappen auszulassen. Es wäre hilfreich, wenn z.B. nicht nur „gut zu gehende Wege“ (Etappe 14) angegeben wäre, sondern auch welcher Anteil der knapp 30 km langen Etappe auf Forststraßen und asphaltierte Wege entfällt.

 

Zum südlichen Teil des Wegs sind in unserer Bücherei zwei 1:50.000 Landeskarten verfügbar (UK50-10 und UK50-11). Für das nächste DAV-Panorama (erscheint Mitte Juli 2021) ist ein beitrag über diesen Weitwanderweg angekündigt.

 

4. Allgäu 2

Der Rother-Wanderführer „Allgäu 2 Ostallgäu und vorderes Lechtal“ wurde in der 11. Auflage (2019) von Mark Zahel übernommen und neu bearbeitet. Die Corona-Pandemie führte 2020 dazu, dass das Allgäu von Wanderern fast „überrannt“ wurde, und so erscheint 2021 schon die 12. Auflage.

 

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Sehr hilfreich ist die Bewertung der Touren nach der Schweizer Skala (T1 bis T6, im Führer am schwersten bewertet ist die Gehrenspitze mit T4-T5), durch die Neubewertung wurden einige Touren von „schwarz“ in „rot“ umgestuft (z.B. Aggenstein, Bschießer, Geißhorn). Bei einigen Touren gibt es nun eine interessantere Wegeführung (z.B. Geißhorn, Thaneller).

 

Die knappe Hälfte der Touren wurde neu aufgenommen, darunter auch wenig bekannte und zum Teil unmarkierte Routen. Der Führer ist dadurch “alpiner“ geworden. Sehr empfehlen kann ich aus eigener Erfahrung eine Besteigung der Leilachspitze (Route 42). Weggefallen sind die Touren zum Hochvogel über den Bäumenheimer Weg (leider gesperrt wegen Felssturzgefahr) sowie im südlichen Lechtal.

 

5. Alm- und Hüttenwanderungen Tirol Oberland und Tirol Unterland

Die beiden neuen Bände der Reihe “Rother Wanderbuch” bieten einen guten Überblick über die Hütten Tirols, von der beeindruckenden denkmalgeschützten Berliner Hütte bis zu ein paar kleineren Almen mit Übernachtungsmöglichkeit. Beschrieben ist der Anstieg von Tal zur Hütte, entweder in Form einer Rundwanderung oder der direkte An- und Abstieg auf dem Hüttenweg. Vor allem letztere Variante kann zäh sein, die Kurzzusammenfassung der Anforderungen und die Stichworte für Kinder erleichtern die Einschätzung.

 

Die Anstiege sind ebenfalls nach der Schweizer Skala bewertet. In kleinen Kästchen sind die Einkehrmöglichkeiten unterwegs und mögliche Touren von der Hütte aus dargestellt.

 

Hier geht es zu Teil 5 unseres Büchereinewsletters.

 
 
 
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