Info

Ein Bericht

Alpenrosen, die frisch renovierte Tübinger Hütte – und dazu noch Jazz

k-IMG 20180812 131142
Eine Schnapsidee bringt viele Bergwanderer zum Swingen

 

Die Tübinger Alpenvereins-Sektion klingt in den „Montafoner Resonanzen“ lange nach

 

Es war die (Schnaps-)Idee von Mitgliedern der Tübinger Sektion des DAV, als man im letzten Jahr im Montafon auf zwei Jazz-Lehrer aus Berlin traf. Die beiden waren schweißtreibend zur Tübinger Hütte aufgestiegen und genossen dort ihr Bier, bevor sie am nächsten Morgen unten im Tal von ihren Jazz-Eleven für die nächsten Wochen in Beschlag genommen wurden. Die Jazzer sollten im nächsten Jahr einfach ihre Instrumente mit auf die Hütte bringen und hier improvisieren. Das war die kühne Vorstellung. Trotzdem blieb stets die bange Frage: Ob das je gelingen wird? Bei so vielen Beteiligten?

 

Dass aus der spontanen Idee, die traditionelle Alpenrosenfahrt samt Wanderung zur Tübinger Hütte mit einem Jazz-Konzert auf der Schutzhütte zu verbinden, dieses tolle Klang-Event vor atemberaubender Bergkulisse wurde, grenzt fast an ein Wunder. Alle Bedenken konnten dank der guten Zusammenarbeit der Sektion und der lokalen Veranstalter der Montafoner Resonanzen (www.montafon.at/montafoner-resonanzen/de) aus dem Weg geräumt werden.

 

Beim Botanisieren
Beim Botanisieren
So machte sich schließlich am Samstag früh um 5:00 Uhr eine Gruppe von Vereinsmitgliedern im Reisebus auf den Weg ins Montafon. In Gaschurn teilte sich die Menge, um auf verschiedenen Wegen zur Tübinger Hütte zu wandern.  Auf dem Erich-Endriss-Weg (Tübinger Höhenweg) wurde fleißig mit Unterstützung von Klaus Schmieder botanisiert, bis man sich gegen 17:00 Uhr wieder an der Hütte traf.

 

Da am Sonntagmittag das Jazz-Event anstand, starteten die zwei Gruppen vormittags zu zwei Halbtageswanderungen, um pünktlich zum Konzert wieder auf der Hütte zu sein. Während eine Gruppe erneut die Pflanzenwelt in Richtung Garnerajoch erkundete, erklomm die zweite Gruppe das Plattenjoch und genoss das traumhafte Bergpanorama.

 

 

k-IMG 20180812 151433 Pünktlich um 12:30 Uhr waren wieder alle zurück an der Hütte, wo inzwischen fleißig vorbereitet wurde. Die Instrumente mussten per Materialbahn zur Hütte transportiert werden und die Musiker mussten ihre Bergtauglichkeit beim Aufstieg zur Hütte zeigen. Für Gäste aus dem Tal wurde ein Shuttle-Service angeboten, da der Aufstieg zur Hütte von Gaschurn aus etwa fünf Stunden benötigt. Als dann um 13:00 Uhr die Jazzer begannen, war die Terrasse der Hütte brechend voll. Und ständig kamen neue Gäste: Prominenz aus dem Tal, viele Urlauber und etliche Bergwanderer. Neben den Übernachtungsgästen hatten sich unerwartet viele Neugierige auf den Weg zur Tübinger Hütte gemacht. Einige waren mit dem Rad bis zur Materialbahn gefahren und viele sind tatsächlich auch zu Fuß aufgestiegen. Die Stimmung war umwerfend. Das Hüttenteam meisterte den ungeahnten Ansturm reibungslos, natürlich mit elegantem Swing beim Servieren.

 

k-IMG 20180812 150526 Das Publikum war begeistert und das Wetter spielte auch mit, so dass die Jazzer gut drei Stunden vor genialem Bergpanorama und begeistertem Publikum spielten. Das ganze Event übertraf einfach alle Erwartungen und belohnte die Anstrengungen aller an den Vorbereitungen Beteiligten. Ein besonderer Dank gebührt unseren Musikern: Claus Rückbeil (Gitarre), Jürgen Weishaupt (Schlagzeug), Wolfgang Obert (Saxophon) und Anders Grop (Kontrabass). Übrigens: Entgegen allen Befürchtungen ist der voluminöse Kontrabass doch nicht aus der Materialseilbahn gefallen.

 

Andrea Wirth

 
 
nach oben