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Natur und Umwelt

Treffen der am Naturschutz Interessierten im Nationalpark Hohe Tauern - Mai 2013

Zum wiederholten Male organisierten der Naturschutzreferent Karl-Heinz Hesse und seine Ehefrau Christa, von der Sektion Göttingen, das Treffen der am Naturschutz Interessierten.

 

Eine Vielzahl von Vorsitzenden, Naturschutzreferenten und Naturschutzinteressierten aus Sektionen des gesamten Bundesgebiets trafen sich im Bergsteigerdorf Mallnitz, um sich bei Vorträgen rund um den Nationalpark Hohe Tauern zu informieren.

 

Von Fachvorträgen über die Entwicklung des Nationalparks Hohe Tauern, über Raumplanung und Grundbesitz des OEAV bis hin zu den Exkursionen mit den Nationalpark-Rangern und einer Führung im BIOS (http://www.bios-hohetauern.at/), konnten die Teilnehmer viel Interessantes erfahren und sich untereinander austauschen. Neueste Informationen vom DAV Bundesverband rundeten den Informationsaustausch ab.

 

Mallnitz ist eines der inzwischen 20 Bergsteigerdörfer in Österreich, das sich dem sanften Tourismus verschrieben hat. Die Bergsteigerdörfer entscheiden sich bewusst für eine nachhaltige, eigenständige und selbstbewusste Entwicklung.

 

Nationalparkdirektor Peter Rupitsch stellte in seinem Vortrag die Entwicklung des Nationalparks, von den schwierigen Anfängen bis heute, anschaulich dar.

Nachdem 1971 in Heiligenblut die Länder Kärnten, Salzburg und Tirol die Vereinbarung über die Schaffung des Nationalparks Hohe Tauern getroffen haben, bilden seit 1981 die Naturschutzgebiete „Großglockner“ und „Schobergruppe-Nord“ die Kernzone des Nationalparks. In den folgenden Jahren wurde die Fläche des Nationalparks immer mehr erweitert, so dass der Nationalpark Hohe Tauern seit dem Jahr 2011 mit einer Größe von 1856 km² das größte Schutzgebiet in den europäischen Alpen ist.

 

Ein kleiner Einblick, welche vielfältigen und umfangreichen Aufgaben in einem Nationalpark wahrgenommen werden, sollen einige wenige Beispiele der Meilensteine aus Wissenschaft und Forschung geben:

 

1986 Erste Bartgeierfreilassung

Mit dem Beginn der erfolgreichen Wiederansiedlung der Bartgeier im Jahr 1986 ist es gelungen, dass nach Jahren der Auswilderung, im Jahr 2010 zum ersten Mal ein Jungvogel schlüpft.

 

1990 Entdeckung des „Pasterzenbaumes“

An der Gletscherzunge der Pasterze werden einige Baumstümpfe und Torfreste gefunden. Mit Hilfe der C14-Methode wird festgestellt, dass vor ca. 10.000 Jahren auf der Pasterze ein Wald stockte.

 

2002 Aufbau einer Biodiversitätsdatenbank

Im August 2011 sind 221.685 dokumentierte Nachweise zu 9.646 Tier-, Pflanzen- bzw. Pilzarten von 16.827 Fundorten registriert.

 

2005 Beginn der Untersuchungen von Schmetterlingsarten

Zum Abschluss der Untersuchungen im Jahr 2008, werden 1.296 Schmetterlingsarten festgestellt, 993 davon im Kärntner Anteil.

Die vier weltweit einzigartig nur im Nationalpark Hohe Tauern vorkommenden Schmetterlinge sind:

Sajatfalter, Tarmann´s Wacholder-Minierfalter, Tauernwickler und Großglocknerwickler.

 

Weitere Informationen über Naturraum- und Wildtiermanagement, Meilensteine zur Kulturlandschaft, Bildung und Besucherbetreuung und vieles mehr gibt es in der Broschüre „30 Jahre Nationalpark Hohe Tauern Kärnten“, die unter (http://www.hohetauern.at/de/ ) heruntergeladen werden kann.

Peter Haßlacher, zuständig für Raumplanung und Naturschutz im OEAV Innsbruck referierte über Grundbesitz des Österreichischen Alpenvereins im Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern und klärte über Vertragsnaturschutz auf.

 

Erich Glantschnig, Amtsleiter der Gemeinde Mallnitz, erzählte die Geschichte von Mallnitz. Die Broschüre "Alpengeschichte kurz und bündig" und viele weitere Informationen zu Bergsteigerdörfer gibt es unter http://www.bergsteigerdoerfer.at/

 

Mit dem Nationalpark Ranger Walter Pucher wanderten wir im idyllischen Seebachtal über den Naturlehrpfad bis zur Schwussner Hütte. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Trombachwasserfall und Schleierwasserfall vorbei, in dessen Gebiet 1986 die ersten Bartgeier ausgewildert wurden.

Die Geier haben eine Flügelspannweite von bis zu 2,85 m und können bis zu 45 Jahre alt werden. Ihre Ernährung besteht überwiegend aus Knochen. Durch den sehr sauren Magensaft können sie Knochen verdauen, die sie als Ganzes am Stück (bis zu 25 cm Länge) verschlucken. Größere Knochenstücke lassen Sie aus einer Höhe von bis zu 80 m auf Felsen fallen, damit sie zersplittern.

Die nächste Exkursion mit dem Nationalpark-Ranger Martin Stocker führte uns durch das Dösental. Hier erfuhren wir viel über die Kulturlandschaft im Nationalpark Hohe Tauern und über die Grundbesitzverhältnisse, wie das Relief der Berge entstand und aus welchen Gesteinsarten es besteht.

 

Das lange Wochenende wurde durch viele neue Informationen abgerundet, die Steffen Reich und Manfred Berger vom DAV Bundesverband vortrugen.

 

- Alpenvereinskarten

Seit kurzem gibt es zwei neue Alpenvereinskarten. Die Karten enthalten u. a. Schutzgebiete und decken nun mit insgesamt 22 Karten die deutschen Alpen komplett ab.

 

- Studie zur Schneesicherheit in den Bayerischen Skigebieten

Zwischenzeitlich liegen die Ergebnisse der vom DAV in Auftrag gegebenen Studie vor. Die Untersuchungen ergaben, dass davon auszugehen ist, dass selbst bei einem weiteren Ausbau der Beschneiung in rund 20 Jahren nur noch 50 bis 70 Prozent dieser Skigebiete schneesicher sein werden.

 

- Piz Val Gronda

Das Land Tirol hat der Erschließung des Piz Val Gronda zugestimmt und genehmigt den Bau einer Seilbahn und einer neuen Pistentrasse

 

- neues Tourenportal der Alpenvereine Deutschland, Österreich und Südtirol http://www.alpenvereinaktiv.com/de/

Hier sollen zusätzlich auch noch Skitouren und Schongebiete in den Alpen abgebildet werden.

 

- Aktion Schutzwald

Erstmals haben sich in einem Jahr rund 100 Helferinnen und Helfer aktiv an der Aktion Schutzwald beteiligt. Mit Förstern und Waldarbeitern pflanzten sie über 13.000 Bäumchen und besserten rund 7.500 m Steige aus, mähten Wiesen, errichteten Zäune und bauten Hochsitze.

 

- DAV Kletterschein Outdoor

ist neu erschienen und enthält Informationen zum sicheren und umweltbewussten Klettern

 

- Tagungsband zur DAV-Naturschutztagung 2012 in Fulda

Nun ist auch der 96-seitige Tagungsband erhältlich und kann von der Homepage des Alpenvereins heruntergeladen werden. Er enthält alle Vorträge und Ergebnisse der Tagung.

 

- DAV Felsinfo in neuem Gewand

Die Datenbank wurde erweitert und enthält zwischenzeitlich über 3500 Kletterfelsen in Deutschland

 

Alle Informationen vom Bundesverband können unter http://www.alpenverein.de/ nachgelesen werden. 

 

Sabine Gottwald

 
 
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