Tourenbericht Klettern

Von der Halle an den Fels mit Bärbel und Marcel

Dienstag 18:00 Uhr, Vereinsheim Kornhausstraße

Ein paar Plastikkletterleute, die Lust auf mehr Natur und neue Griff- und Trittformen haben, bekommen die ersten theoretischen Grundlagen für das Felsklettern präsentiert. Nachdem wir unter anderem den Prusikknoten geübt und die ersten Blicke in die Kletterführer ("Topos") geworfen hatten, wurden wir zuletzt noch mit den für uns neuen Kletterutensilien vertraut gemacht. Leicht verwirrt über die Vielzahl der Materialien (Polyamid, Dyneema, Kevlar, ... und welches davon ist jetzt nochmal Nylon?) machten wir uns daran zu klären, welche Punkte auf der uns ausgehändigten Rucksack-Packliste für das Wochenende wir noch zu besorgen hatten.

Einiges davon konnten wir auch direkt in der Geschäftsstelle ausleihen.

Freitag 17:00 Uhr, B12

Selbstsicherung, Umfädeln und Abseilen trainierten wir zunächst an den Slackline-Pfosten in der schönen Abendsonne und im Anschluss an den Ständen über den Topropes im Innenbereich. Da wurde es einigen von uns schon ein bisschen mulmig beim Schritt über die Kante. Diese Premiere vergisst man vermutlich nie. Panini-gestärkt übten wir unter Aufsicht weiter in eher einfachen Routen, wir wollten schließlich unsere Energie für die beiden Tage am Fels aufsparen.

Samstag 8:30 Uhr, B12 - Abfahrt

Jetzt geht es los! Die Rucksäcke sind gepackt und nachdem dann wirklich jeder nochmal irgendwohin musste und auch sicher alle Wasserflaschen randvoll und alle Autos abgeschlossen waren, ging es mit dem DAV-Bus und einem Privat-PKW los zum Wanderparkplatz "Hohe Warte". Das Wetter war einfach nur herrlich!

Samstag 10:00 Uhr, am Wiesfels

Da sind wir also: die Helme auf den Köpfen und vor uns die Wand. Das ist schon sehr beeindruckend, wenn man bislang in der Halle die Farbtupfer für den Routenverlauf klar vorgegeben hatte, und jetzt steht man hier am Fels und fragt sich, wo es denn nun lang geht. "Nach oben!" war für den Anfang kein schlechter Plan ;). Ziemlich schnell wurde uns klar, dass hier Draußen wirklich vieles anders ist. Eine Route zu klettern, dauert deutlich länger als in der Halle, und bis man den Griff/Tritt des geringsten Misstrauens gefunden hat, vergeht schon mal ein bisschen Zeit. Sehr beruhigend war, dass immer ein*e Trainer*in uns bei den ersten Umfädel-Aktionen in der Wildnis zur Seite stehen konnte. Das war am Wiesfels schon sehr praktisch.

Urmel goes Rock, Obelix und Gabiriss waren unter unseren ersten Routen.

Gegen 18:00 Uhr saßen wir im Bus Richtung Ebinger Haus (Hausen im Tal).

Sonntag 9:00 Uhr, vor dem Ebinger Haus

Nach dem Frühstück geht es direkt los mit ein paar Trockenübungen an der kleinen Mauer vor dem Ebinger Haus, die mit ein paar Haken versehen ist.

Eine knappe Stunde später spazieren wir direkt hinter dem Haus hoch zum Stuhlfels. Auch heute haben wir Glück: Trotz des super Wetters sind nur verhältnismäßig wenige Kletterer anzutreffen. Obwohl wir noch deutlich in den Armen spüren, dass wir gestern geklettert sind, klappt heute zumindest der Felskontakt schon etwas besser. Nach dem Mittagessen bleibt ein Teil unserer Gruppe am Sektor Oswald und versucht sich an den Routen mit den schönen Namen 3, 4, 5, 6 und 7. Die anderen vier Teilnehmer machen mit Bärbel ihre erste Mehrseillängenerfahrung in der Gotzmannkante mit einem tollen Abschluss: Abseilen über die Ostwand des Stuhlfels mit 30 Meter Luft unter den Schuhen.

Sonntag 16:30 Uhr, am Parkplatz-Cafe

Zwischen Stuhlfels und den Hausener Felsen sitzen wir richtig schön platt und zufrieden bei einem Eis zusammen und sprechen gemeinsam über den gesamten Kurs. Wir sind uns alle einig: Das war ein echt tolles Wochenende mit sehr vielseitigen Erfahrungen. Wir haben auf jeden Fall große Lust bekommen, die Plastikgriffe in Zukunft auch mal durch den Fels zu ersetzen.

Ein großer Dank an Bärbel und Marcel für einen klasse Kurs mit einer schönen Atmosphäre, der uns in guter Erinnerung bleiben wird.

 

Text und Bilder: CP