Matthias Allramseder
Sachkundige Bewertung und Sanierung von schimmelbelasteten Räumen
Feuchtigkeit, falsches Lüften und ein bisschen Unwissen: Wie Schimmel entsteht und was man wirklich dagegen tun kann
Viele kennen ihn: den typischen dunklen Fleck in der Zimmerecke, der auf einmal auftaucht und sich zäh hält – Schimmel. Besonders in den Wintermonaten ist er ein Problem. Statt sofort selbst zum Schwamm zu greifen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wir haben mit unserem Sponsoring-Partner, der Allramseder GmbH, unserem Experten für Schimmelberatung, gesprochen. Im Gespräch erklärt Geschäftsführer Matthias Allramseder, woher der Schimmel wirklich kommt, warum Lüften mehr bewirkt, als man denkt, und wieso gerade falsches Heizen in den letzten Jahren für viele Schäden verantwortlich war.
Herr Allramseder, viele Menschen versuchen, Schimmel im eigenen Zuhause selbst zu entfernen. Warum raten Sie davon ab?
Matthias Allramseder: Weil man damit oft nur die Symptome bekämpft, nicht aber die Ursache. Es ist wirklich besser, Schimmelexperten zu holen. Wir sind geschult, um die Feuchtigkeitsquellen zu analysieren und die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Bei einer Schimmelberatung kommen wir vor Ort, führen Messungen durch, dokumentieren alles genau und informieren alle Beteiligten – das kostet rund 150 Euro netto, lohnt sich aber fast immer.
Woher kommt der meiste Schimmel überhaupt? Viele denken ja, das liege an Wasserschäden oder undichten Wänden.
Matthias Allramseder: Tatsächlich entstehen über 90 Prozent der Schimmelsporen nicht durch Fremdwasser, also etwa durch Rohrbrüche, sondern durch Feuchtigkeit, die wir selbst verursachen – durchs Schwitzen, Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen. Eine Person verliert pro Nacht rund einen Liter Wasser. Wenn nicht ausreichend gelüftet wird, landet diese Feuchtigkeit in den Wänden.
Also ist Lüften das A und O?
Matthias Allramseder: Unbedingt. Am besten lüftet man drei Mal täglich für nur drei bis fünf Minuten – mit sogenannter Querlüftung, also gegenüberliegende Fenster weit öffnen, damit sich die Luft schnell austauscht. Dabei sollte man darauf achten, dass die Räume nicht auskühlen. Gekippte Fenster sind bei Temperaturen unter zehn Grad keine gute Idee, weil sie eher Energie verschwenden und nur die Wand auskühlen.
Apropos Energie – viele haben in den letzten Jahren wegen der steigenden Heizkosten weniger geheizt. War das problematisch?
Matthias Allramseder: Absolut. Im Jahr 2022 haben wir besonders viele Schimmelschäden gesehen. Ein Grund war vermutlich der staatliche Energiesparrat, die Heizung runterzudrehen. Wenn man Räume zu stark auskühlen lässt, bildet sich an kalten Oberflächen Kondenswasser. Früher war die Scheibe der kälteste Punkt, heute sind es oft die Ecken. So entsteht schnell eine Kondensatfalle – perfekte Lebensbedingungen für Schimmel.
Welche Temperatur empfehlen Sie denn in der Wohnung?
Matthias Allramseder: Eine durchgängige Wohlfühltemperatur, auch im Schlafzimmer. Die Heizung ständig auf- und zuzudrehen kostet mehr Energie, als sie moderat laufen zu lassen. Viele unterschätzen, wie viel Feuchtigkeit allein durch Temperaturunterschiede entsteht.
Was kann man tun, wenn sich der Schimmel bereits zeigt?
Matthias Allramseder: Zuerst immer: die Ursache suchen! Schimmelsporen sind überall in der Luft, aber sie setzen sich nur fest, wenn sie eine feuchte Oberfläche finden, auf der sie sich ernähren können – etwa von Staub oder Tapetenleim. Besonders Rauhfasertapeten bieten dem Schimmel viel Nahrung. Besser sind schimmelresistente, mineralische Oberflächen wie Silikat- oder Kalkputze.
Schimmel sieht nicht nur hässlich aus, er kann auch gesundheitsschädlich sein. Für wen ist er besonders gefährlich?
Matthias Allramseder: Vor allem für Schwangere, Kinder, Allergiker oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Hier ist die Luftqualität besonders wichtig. Deshalb gilt: Wir müssen immer die Ursache bekämpfen – nicht nur den Fleck an der Wand.
Vielen Dank für die hilfreichen Tipps! Wer selbst noch Fragen hat, kann gerne mit Herrn Allramseder und seinem Team in den Austausch gehen oder die Homepage besuchen: Die Maler, Stuckateure und Lackierer in Tübingen