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Natur und Umwelt

Gemeinsamer Einsatz für die Natur - Mai 2017

NABU und DAV-Landesverband demonstrieren Zusammenarbeit bei der Beringung von Uhus

 

Im Mai 2017 trafen sich Vertreter von NABU, DAV-Landesverband, Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW), Arbeitskreis Klettern und Naturschutz (AKN) und Pressevertreter bei der Beringung von Uhus am Tobelfelsen im Lenninger Tal.

 

Hier hat sich ein Uhu-Paar eine Brutstätte in luftiger Höhe gesucht. Wo es die jungen Uhus nach dem Verlassen des Brutreviers hinzieht und wo sie ihren Nachwuchs großziehen, möchten die Naturschützer erfahren. Sie möchten wissen, was mit einzelnen Tieren passiert und welchen Gefährdungen sie ausgesetzt sind, ob sie z. B. an Stromleitungen zu Schaden kommen.

Um mehr über die Uhus zu erfahren, wurden die Jungvögel im Beisein von Johannes Enssle (NABU-Landesvorsitzender) und Michelle Müssig (stellvertretender Vorstand im DAV-Landesverband) beringt. Dazu holte Ronald Nordmann vom Arbeitskreis Klettern und Naturschutz (AKN) Lenninger Tal die Uhus für kurze Zeit aus ihrem Horst auf dem Felsen.

 

Junger Uhu
Uhu

Nachdem Jürgen Becht, Geschäftsführender Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW), die jungen Uhus beringt hat, wurden sie wieder behutsam zurück in das Nest gesetzt.

 

 

 

 

Ronald Nordmann (AKN), Johannes Enssle (NABU), Jürgen Becht (AGW), Michelle Müssig (DAV)
Uhu-Beringung
Bereits 2005 hatten sich DAV und NABU Baden-Württemberg auf gemeinsame Leitlinien für den Natur- und Vogelschutz an Kletterfelsen verständigt. „Dazu gehören auch Einschränkungen im Kletterbetrieb. Die nehmen wir in Kauf, weil Felsbiotope sehr empfindliche Lebensräume sind“, erklärt Müssig. „Wir haben hier viele seltene Pflanzenarten, die an die besonderen Lebensbedingungen am Felsen angepasst sind. Und felsenbrütende Vogelarten reagieren insbesondere im Frühjahr sehr empfindlich auf Störungen und sind mitunter sogar gezwungen, ihre Nester aufzugeben und den Nachwuchs im Stich zu lassen“, ergänzt Enssle.

 

Vogelschützerinnen und -schützer sowie Kletterfans haben gute Erfahrungen mit flexiblen Schutzzeiten für die Felsenbrüter Wanderfalke und Kolkrabe gemacht und setzen sich gemeinsam dafür ein, dass die Regelungen landesweit eingeführt werden. „Von der guten Zusammenarbeit beim Vogelschutz profitieren beide Seiten“, sagt Müssig.

 

Der DAV hat sich dem naturverträglichen Klettern verschrieben. Informationen zu Sperrzeiten von Felsen findet man auf der Homepage www.alpenverein-bw.de oder auf Hinweisschildern direkt an den Einstiegsstellen der Kletterfelsen.

 

Sabine Gottwald (Quelle: PM NABU-LV und DAV-LV)

Fotos: Heiko Wiening

 
 
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