Tourenbericht Klettern
Keile, Friends und MSL
Ein intensives Wochenende voller technischer Finessen und luftiger Höhen: Hier ist ein kleiner Rückblick auf unseren Kurs “Keile, Friends und Mehrseillängen”, bei dem wir die Grundlagen des mobilen Absicherns und des alpinen Kletterns gemeinsam vertieft haben.
Wir starteten zunächst mit ein paar Trockenübungen an der berüchtigten Sportplatzkante. Nach anfänglicher Unsicherheit wurde das Seilhandling mit jeder Seillänge flüssiger. Von der Wiese ging es dann an die Kletterwand im B12. Dort übten wir den Standplatzbau und das Nachsichern in einem etwas realistischeren Szenario. Auch wenn einigen Teilnehmenden schon die Köpfe rauchten, sollte das erst der Auftakt sein.
Am nächsten Tag ging es an den Wiesfels, wo der „Keile und Friends“-Teil auf dem Plan stand. Bequem vom Boden aus probierten die Teilnehmenden hier die besten Placements aus. Nach diesem Crashkurs ging es dann gleich richtig los: Im Toprope gesichert, war die Aufgabe, sich rein „technisch“ mithilfe von Keilen und Friends nach oben zu arbeiten. Auch wenn den mobilen Sicherungen zunächst mit großer Skepsis begegnet wurde, hielten sie überraschend gut (zumindest das Körpergewicht).
Mit dem neu gewonnenen Vertrauen gingen wir weiter zum Rossfels, wo wir einem Wiedehopf begegneten. Der seltene Vogel hüpfte in aller Seelenruhe vor uns den Weg entlang, bevor es ihm dann letztendlich doch zu viel wurde und er in einen Baum flüchtete. Am Rossfels angekommen, konnte das Gelernte noch einmal in einer „cleanen“ Route (ebenfalls im Toprope gesichert) angewandt werden. Außerdem kletterten die Teilnehmenden noch eine mittelmäßig gesicherte Traverse, wo das Nachbessern mit Keilen und Friends geübt werden konnte. Auch das Klettern in einer Dreierseilschaft und das Abseilen wurden hier noch einmal trainiert, bevor es am nächsten Tag in eine richtige Mehrseillänge ging.
Bei dieser handelte es sich um die berüchtigte Opakante am Schreyfelsen im Donautal, welche den Höhepunkt des Kurses darstellen sollte. Dorthin fuhren wir am Sonntag. Trotz frühem Aufbruch waren wir leider nicht die Ersten am Einstieg. Bis jedoch die Seilschaften eingeteilt, das Material aufgeteilt und die Topos einstudiert waren, hatte sich der Stau aufgelöst und wir konnten loslegen. Seillänge für Seillänge ging es nach oben; die Teilnehmenden schlugen sich tapfer und konnten das Gelernte sicher anwenden.
Nach einer kurzen Rast am Gipfel ging es über die luftige Abseilpiste wieder bergab. Am Zwischenstand durften wir dann noch die Bauten der Ameisenlöwen bestaunen, die sich dort oben häuslich eingerichtet hatten. Nachdem alle wieder sicher unten angekommen waren, wurden noch ein paar Fragen beantwortet und kollektiv entschieden, dass nun dringend Eiskaffee benötigt wurde. Pünktlich zur Heimfahrt setzte heftiger Regen ein, und wir waren alle froh, bei diesem Unwetter nicht mehr am Felsen unterwegs zu sein.
Text und Bilder: Stefan Wezel